Werde, der du bist, Europa!

Quo vadis Europa? Migration, Autoritarismus und Ökonomismus stellen das alteuropäische Freiheitsversprechen infrage.

Die Flüchtlinge sind da. Aber man sieht sie kaum. Es gibt Meldungen, die sich widersprechen. Von begeisterter Hilfe und Anteilnahme in München, ausgerechnet München! Von brennenden Flüchtlingsunterkünften, von Lagern und Menschenmassen, die Zäune niederreißen, irgendwo auf der „Balkanroute“, mitten im neuen und alten Europa. Was bedeutet das alles?

Statt abzuwarten und den Neuankömmlingen eine Chance zu geben, sehen viele in den Flüchtlingen den Anfang vom Ende. Glaubt man den düsteren Prophezeiungen, von denen Internet und Gazetten voll sind, steht es nicht gut um Europa. Und wenn selbst des Alarmismus unverdächtige, seriöse Denker wie Wolfgang Streeck den Untergang des Römischen Reiches zum Vergleich heranziehen, sind es wohl mehr als nur Unkenrufe. Also: Wie steht es um „uns“, um „Europa“? Wer so fragt, muss zunächst klären, wovon er redet. Wo liegt Europa? Wo fängt es an, wo hört es auf? Geht es um die Europäische Union der 28, um eine nicht näher bezeichnete historische Landschaft oder, ein bisschen verstiegener, das Erbe, den Geist, die so genannte europäische Kultur?

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